Filmkritik: A Monster Calls – Sieben Minuten nach Mitternacht - BlackTeaBooks

Filmkritik: A Monster Calls – Sieben Minuten nach Mitternacht

04 Mai

A Monster Calls - Sieben Minuten nach Mitternacht | Länge: 108 Minuten | Regie: Juan Antonia Bayona | Drehbuch: Patrick Ness | Musik: Fernando Velazquez | Kinostart: 04.05.2017

TRAILER


Meine Meinung

Obwohl Sieben Minuten nach Mitternacht auf einem Buch basiert, hatte ich vor dem Film noch nie von dieser Geschichte gehört. Geschrieben wurde sie von Patrick Ness nach einer Idee der Autorin Siobhan Dowd, die ihre eigene unheilbare Krankheit dadurch verarbeiten und eine Stütze für ihre Kinder erschaffen wollte. Diese Authenzität hat Ness am Leben erhalten und ist gleichzeitig, was diesen Film so besonders macht.

Der zwölfjährige Conor O'Malley (Lewis MacDougall) lebt allein mit seiner Mutter (Felicity Jones), die er während ihrer Krebsbehandlung unterstützt. Freunde in seinem Alter hat er nicht, in der Schule wird er schikaniert, sein Vater (Toby Kebbell) hat eine neue Familie in den USA und verstärkt mit kurzen Besuchen nur die Verzweiflung seines Sohnes. Auch mit seiner Großmutter (Sigourney Weaver), bei der er wohnen soll, hat Conor fast immer Streit. Er fühlt sich unsichtbar und allein gelassen, ein immer wiederkehrender Albtraum vom Verlust seiner Mutter raubt ihm den Schlaf und man möchte ihm eigentlich einfach nur helfen. In dieser Situation erscheint das Monster, das ihm Mysteriöses ankündigt: es wird Conor drei Geschichten erzählen, doch die vierte wird von Conor selbst kommen, und er wird sich seinem Traum stellen müssen.



Der wandelnde Baum ist gleichermaßen furchteinflößend wie weise; er wird durch das CGI und (im Englischen) Liam Neeson's großartige Performance zu einem Charakter, der mit jedem Wort Gänsehaut auslöst. Seine Geschichten sind in fantastischen aquarell-artigen Animationen visualisiert, bei denen sich Harry Potter Fans an das Märchen der drei Brüder erinnert fühlen werden - nur dass die Geschichten für Conor alles andere als märchenhafte, aber dennoch essentielle Lektionen beinhalten. Sie reflektieren was ihm passiert während es seiner Mutter immer schlechter geht und behandeln wichtige Themen, mit denen jeder Mensch früher oder später in Berührung kommt. Während viele Kinderfilme vor Flauschigkeit überlaufen, scheut man hier nicht vor schwierigen Konzepten und Gefühlen wie Wut, Hoffnung, Einsamkeit, Selbstsüchtigkeit oder den Umgang mit eventuellem Tod und Verlust zurück. Dabei muss man einfach Conor's Darstellung durch Lewis MacDougall loben, dem man nicht ansieht dass dies erst seine zweite große Produktion ist.

Mich hat schon lange, oder sogar noch nie ein Film so mitgenommen wie dieser. Natürlich kann es hart sein sich damit auseinander zu setzen, besonders wenn man selbst eine emotionale Zeit durchmachen muss. Trotzdem - oder vielleicht sogar deswegen - hoffe ich, dass jeder die Chance hat ihn zu sehen. Denn obwohl Conor's Geschichte aufwühlend ist, spendet sie auch Trost durch Verständnis, Ehrlichkeit und das Gefühl, nicht allein zu sein. Dabei zeigt sie außerdem die Bedeutung von Geschichten für uns alle und erinnert uns daran, warum wir sie so lieben. Auch weil es Erwachsenen oft schwer fällt Kindern ernste Themen nahe zu bringen, hat dieser Film so das Potenzial Wichtiges zu bewegen und Menschen in jedem Alter zu helfen. 

Fazit

Sieben Minuten nach Mitternacht ist ein absolut außergewöhnlicher Film. Er behandelt Themen die für Kinder und Erwachsene essentiell sind, bietet aber durch das Monster und seine Erzählungen fantastische Elemente, die dabei nicht klischeehaft oder aufgesetzt wirken. Er unterscheidet sich von so vielen anderen Kinderfilmen durch die raue Ehrlichkeit, die bewegend, emotional und gleichzeitig erfrischend ist. Selten habe ich einen Film mit so viel Herz und Substanz dahinter gesehen der den Zuschauern das Gefühl gibt, etwas wirklich wertvolles mitgenommen zu haben. Die schauspielerischen Leistungen, die wunderschöne Visualisierung und die großartigen Geschichten machen ihn neben den Emotionen zu einem einzigartigen Erlebnis. Wer nach einem Film mit Bedeutung sucht, ist hier genau richtig. P.S., denkt an die Taschentücher.

Danke an randomhouse für den Besuch der pressevorführung 

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2 Kommentare

  1. Hallo liebe Sandy,
    Oh, du hattest da ja eine wundervolle Möglichkeit und ich hoffe, dass der Film dich ein bisschen von dem Bachelor Thesis Stress ablenken konnte.
    Ich bin ja wahnsinnig gespannt auf den Film, werde ihn mir aber glaube ich aus Zeitgründen erst zu Hause anschauen :) Auch von Patrick Ness habe ich zu meiner Schande noch nicht gelesen. Eines seiner Bücher ist aber schon auf dem SUB.

    Liebst,
    Jule

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    1. Hi liebe Jule!
      Die Pressevorführung war tatsächlich schon letztes Jahr und daher leider keine große Ablenkung von der BA, aber das ist schon okay :D
      Ich bin so gespannt wie du den Film findest, und kann ihn dir nur auf Englisch empfehlen - Liam Neeson war echt großartig! Welches Buch von Ness hast du auf dem SuB? Bei mir muss auf jeden Fall noch eins von ihm einziehen.

      Allerliebste Grüße ❤

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