Rezension: Die Rache der Zwerge – Markus Heitz

by - 14 Oktober

Titel: Die Rache der Zwerge | Autor: Markus Heitz | Verlag: Piper | Seitenzahl: 644 | Reihe: Die Zwerge (Band Drei) | Mehr Rezensionen der Reihe: Die Zwerge (Band Eins), Der Krieg der Zwerge (Band Zwei)

Markus Heitz hat den Zwergen ein unverwechselbares Gesicht gegeben. Nach mehr als einer Viertelmillion verkaufter Romane um Tungdil und seine Gefährten zieht der tapfere kleine Held erneut aus, um gegen die Feinde des Geborgenen Landes anzutreten. Diesmal machen ihm die gefährlichsten Wesen des Heitz’schen Universums zu schaffen: üble Halbkreaturen, teils Albae, teils Orks, die sich mit todbringenden Maschinen umgeben und mordend durch das Zwergenreich streifen. Als dann noch der versteinerte Magus Lot-Ionan gestohlen wird, weiß Tungdil, dass sich ein furchtbares Unheil nähert. Erneut muss er zur Doppelaxt greifen, um sein Land zu retten …



Ich bin wieder mitten im Geborgenen Land und habe die dritte Episode meines zwergischen, wöchentlichen Re-Read Abenteuers geschafft! Jetzt ist es auch endgültig vorbei mit meinen Erinnerungen an die Handlung der Reihe; nur wie dieses Buch ausgeht, wusste ich unpraktischer Weise noch :D An der Spannung hat das trotzdem nicht gerüttelt. Im Gegenteil. 


Es ist das Abenteuer nach dem Abenteuer. Im Geborgenen Land herrscht nach zwei schnell aufeinanderfolgenden Kriegen endlich Frieden. Doch wie geht man mit der Ruhe nach dem Sturm um, wenn man an so an diesen gewöhnt ist? Das ist nämlich alles andere als einfach, und ich habe großen Respekt für Markus Heitz, dass er sich an diese Fortsetzung gewagt hat.

Unsere bekannten Helden müssen lernen, dass es mit dem "Happy End" nicht aufhört. Sie werden von alltäglichen Dingen eingeholt, versuchen ihren Platz in ruhigen Zeiten zu finden und haben währenddessen trotzdem im Hinterkopf, dass es vielleicht doch nur die Ruhe vor dem Sturm sein könnte. Natürlich ist es so, obwohl es auch einmal interessant wäre, vom Gegenteil zu lesen.

[In diesem Absatz steckt ein kleiner Spoiler, dem man aber gleich am Anfang begegnet - nichts Dramatisches] 
Einen kleinen Geschmack davon bekommen wir durch Tungdil, der nach einem Unglück in Alkohol und Selbsthass versinkt. Dem stand ich ein wenig skeptisch gegenüber, weil der wahrscheinlich intelligenteste Bewohner des Landes eigentlich zu intelligent dafür scheint; auf der anderen Seite zeigt es aber auch, dass eben niemand immun gegen emotionale Schläge ist und sich selbst verlieren kann. Dieser innere Kampf war auf jeden Fall einer der interessantesten Aspekte der gesamten Reihe.
[Spoiler Ende]

Das Böse gräbt sich also leise und schleichend einen Weg zurück ins Geborgene Land, so dass es am Anfang niemand bemerkt und man die Zeichen erst sieht, wenn es zu spät ist.

Einige Punkte waren mir dabei leider zu einfach gelöst. Auch wenn wir bisher wertvolle Figuren verloren haben, ist es manchmal unrealistisch wie unsere Helden fast unbeschadet durch die Gefahren ziehen. Auch über fragwürdige Handlungsstränge ließe sich streiten, so dass ich mit dem schnell vergebenen Titel 'Meisterwerk' nicht ganz mitgehen kann. Diese hohe Messlatte muss aber gar nicht angelegt werden, denn man kann trotzdem völlig in das Buch eintauchen und das Lesen genießen.

Besonders gut gefallen hat mir, dass ich entgegen meiner Erwartungen von Anfang bis Ende im Dunkeln getappt bin! Denn auch wenn man kleinere Handlungsstränge teilweise sofort durchschaut hat - ich konnte nicht vorhersehen wie sich diese zu einem großen Ganzen zusammenfügen würden. So gab es unzählige Überraschungen und Wendungen der Wendungen, die die etwas unglücklicher gelösten Stellen überlagern konnten.


Auch Der Krieg der Zwerge ist wie gewohnt fesselnd, doch auf eine innovative Weise. Als Fortsetzung wurde die Balance aus Neu und Nostalgie sehr gut getroffen und bietet wortwörtlich fantastische Unterhaltung. Mein einziger Kritikpunkt sind einige Aspekte, die ins Vorhersehbare oder etwas Unrealistische abrutschen. Abgesehen davon war das Buch ein tolles Leseerlebnis und bekommt vier BlackTeaCups!

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