Rezension: Das Schicksal der Zwerge – Markus Heitz - BlackTeaBooks

Rezension: Das Schicksal der Zwerge – Markus Heitz

19 Oktober

Titel: Das Schicksal der Zwerge | Autor: Markus Heitz | Verlag: Piper | Seitenzahl: 655 | Reihe: Die Zwerge (Band Vier) | Mehr Rezensionen der Reihe: Die Zwerge (Band Eins), Der Krieg der Zwerge (Band Zwei), Die Rache der Zwerge (Band Drei)

Viele Zyklen sind vergangen, seit der tapfere Zwerg Tungdil Goldhand in der Schwarzen Schlucht verschwand. Das Geborgene Land treibt unaufhaltsam dem Untergang entgegen. Drachen, Magier und die grausamen Albae haben das Reich unter sich aufgeteilt. Die Zwergenstämme wurden in die finsteren Stollen zurückgedrängt oder fast völlig vernichtet. Dann kehrt ein Zwergenkrieger in einer schwarzen Rüstung zurück, der sich Tungdil nennt. Für seinen treuesten Freund Ingrimmsch und seine Gefährten bedeutet das neue Hoffnung. Doch bald mehren sich Zweifel – ist es wirklich Tungdil, oder führt der Zwerg etwas ganz anderes im Schilde? Es geht um die Zukunft des Geborgenen Landes – und um das Schicksal aller Zwerge.



Diesen Band habe ich durch die Verzögerung beim dritten Teil nicht bis zum Ende der Woche fertig gelesen. Da es aber am nächsten Tag nach Italien ging und ich das Buch nicht mitnehmen konnte, mussten etwas drastischere Maßnahmen her... 3 Uhr morgens habe ich deswegen die letzten 60 Seiten abfotografiert und auf meinem Telefon lesen müssen :D Aber irgendwie haben sie mir nicht das gegeben, was ich mir gewünscht hatte.


Der vierte Teil einer Reihe ist generell schwierig zu bewerten. Wie viele Vergleiche zieht man zu den Vorgängern, und inwiefern betrachtet man das Buch individuell? Ich denke dass die Autoren beim Schreiben vor ähnlichen Problemen stehen, doch Markus Heitz kann Nostalgie und Neues auch hier gut ausbalancieren. Wieder bleibt es sehr spannend mit kleineren Handlungen, größeren Vorgängen und den üblichen Helden. Allerdings mit einigen Veränderungen.

Zuerst einmal hat sich der Horizont vom Geborgenen Land erweitert, und nach den Geschehnissen im dritten Band wird jetzt auch das Jenseitige Land ein wiederkehrender Schauplatz. Der Perspektivenwechsel war wirklich angenehm, da man so viele neue Eindrücke sammeln konnte. Eine weitere Verschiebung der Sichtweise hat mir aber eher Bauchschmerzen bereitet: statt zum Großteil von den Gedanken und Gefühlen von Tungdil zu lesen, der schließlich der Held der ersten drei Bücher war, erleben wir diese Ereignisse hauptsächlich gemeinsam mit Ingrimmsch. Und obwohl ich ihn als Charakter großartig, witzig und unglaublich interessant finde, war das für mich am falschen Platz. Ein Spin-Off aus seiner Sicht würde ich sofort kaufen, aber bei den Zwergen möchte ich doch wissen, wie Tungdil sich weiterentwickelt. Der hat sich natürlich in den vergangenen zweihundert Jahren verändert, ist aber so verschlossen, dass man ihn entweder kaum wiedererkennt oder einfach wissen möchte, was er durchgemacht hat.

Hier braucht auch niemand Angst vor Spoilern zu haben, denn es gibt kaum etwas nennenswertes zu verraten. Man trifft natürlich wieder auf fiese Kreaturen, Unterdrückung und Probleme die bekämpft werden müssen, aber mittlerweile wissen wir alle dass es am Ende irgendwie gut ausgeht. Das wirklich interessante ist doch, wie es geschafft wird - und genau das wird nur oberflächlich geklärt. Es ist, als würden wir Ingrimmschs vereinfachte Sicht auf die Dinge bekommen obwohl Tungdil wie immer die ganze Wahrheit kennt, wir aber dieses mal nicht eingeweiht werden. Das ist unglaublich frustrierend gewesen, besonders weil er diese mysteriöse Wandlung hingelegt hat, die im ganzen Buch der interessanteste Punkt ist.

Ständig werden spannende Fragen aufgewirbelt: Was hat es mit diesem 'Meister' und der schwarzen Rüstung auf sich? Wieso wollte er alle "Bösen" um sich herum versammeln? Woher kommt seine Narbe oder die albischen Vorgänge in seinem Gesicht? Was, bei Vraccas, ist wirklich in der schwarzen Schlucht passiert? Ich weiß es immer noch nicht.

Die 600 Seiten Geschichte waren keineswegs langweilig und ich habe sie in freudiger Erwartung auf den Moment der Enthüllung gelesen, aber auf keine meiner wirklich brennenden Fragen gab es eine Antwort. Meine Hoffnungen lagen auf diesen letzten 55 Seiten, die ich gespannt und in schlechtester Qualität auf meinem Handy als Fotos verschlungen habe, doch auch hier wurde ich enttäuscht. Vielleicht war das vom Autor so beabsichtigt, vielleicht habe ich einfach etwas übersehen, aber so blieb die Motivation, den fünften Band zu lesen, vorerst aus.


Auch Das Schicksal der Zwerge ist spannend, doch anders als seine Vorgänger. Man wird als Leser wie gewohnt im Dunkeln gelassen, nur leider fehlte am Ende der Moment, in dem das Licht eingeschalten wird. Die Geschichte an sich hätte mehr Punkte verdient, wenn man nicht mit dem Gefühl zurückgelassen würde, dass da noch mehr dahinter steckt, einem aber die Informationen vorenthalten wurden. Deswegen gibt es drei BlackTeaCups.

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1 Kommentare

  1. Ich habe die Reihe in dem wunderschönen Schuber zum Geburtstag diesen Monat geschenkt bekommen und bin schon echt gespannt auf die Reihe! Die Klappentexte klingen so super *.*

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