Rezension: Der Krieg der Zwerge – Markus Heitz

by - 23 September

Titel: Der Krieg der Zwerge | Autor: Markus Heitz | Verlag: Piper | Seitenzahl: 640 | Reihe: Die Zwerge (Band Zwei) | Mehr Rezensionen der Reihe: Die Zwerge (Band Eins)


Im Geborgenen Land herrscht Festtagsstimmung. Während Zwerg Tungdil mit seinen Freunden den Sieg über den verräterischen Magus Nôd'onn feiert, wälzt sich ein Heer hinterhältiger Orks heran, um das Zwergenreich zu zermalmen. Das Schwarze Wasser, ein düsteres Geheimnis, hat sie unsterblich gemacht, und schon bald müssen Tungdil und seine Gefährten ihre ganze Tapferkeit aufbieten, um sich den Bösewichtern entgegenzuwerfen. Inzwischen braut sich ein entsetzliches Unheil zusammen: Elf Verkörperungen des Gottes des Bösen stehen mit ihrem Heer an der Westgrenze des Landes. Doch ein Zwerg gibt seinen Besitz erst auf, wenn die letzte Axt geschwungen ist … 



Teil Zwei meines zwergischen Re-Read Abenteuers ist angebrochen! Trotz ein paar Schwierigkeiten habe ich auch diese 600 Seiten innerhalb einer Woche geschafft. Überraschender Weise konnte ich mich an so ziemlich gar keine Details mehr erinnern, was das Lesen aber nur noch spannender gemacht hat.


Fortsetzungen zu schreiben ist ja immer so eine Sache. Man sucht nach Neuem in einer vertrauten Welt, manche Dinge müssen sich verändern und anderes sollte gleich bleiben. Der zweite Band der Zwerge hat diesen Seiltanz gut hinbekommen, wir treffen die mittlerweile bekannten und geliebten Helden wieder, aber auch neue interessante Charaktere kommen dazu.

Besonders faszinierend ist hier, dass man dadurch die Standpunkte aller Seiten kennen lernt - auch die der Orks und Albae. Man beginnt also, das Denken der "Bösen" allmählich, wenn auch etwas widerwillig, zu verstehen. Dadurch erweitert sich der Buch-Horizont des Lesers auf einzigartige Weise, und man taucht noch weiter in die Geschichte ein.

Die ist außerdem nicht weniger spannend als Band Eins, und dazu noch emotionaler. Wenn man dachte, dass Tungdils Entwicklung vom stammlosen Zwerg zum Helden beendet war, hat man weit gefehlt. Auch Helden stehen immer wieder vor neuen Problemen Herausforderungen, und gerade das macht unseren Protagonisten so sympathisch. Er ruht sich nicht auf seinen vergangenen Taten aus, muss seinen Mut wieder finden, sich seinen Gefühlen klar werden und zweifelt dabei auch mal an sich selbst. Und am Ende habe ich sogar ein, zwei Tränen vergossen - für eine Tat, die ich dem Autor sehr übel nehme. Man stelle sich hier einen vorwurfsvollen Blick vor, der Boïndil alle Ehre machen würde.

Einen Punkt ziehe ich aus folgendem Grund ab: Im Vergleich zum ersten Band hat es hier an Logik und Realismus leider nachgelassen und an den falscher Stellen aufgestockt. Ohne zu viel zu verraten, wurde ich manchmal etwas skeptisch und einige Zufälle waren einfach eine Spur zu günstig.


Trotz ein paar Kritikpunkten konnte mich Der Krieg der Zwerge wieder einmal an die Seiten fesseln und ins Geborgene Land entführen. Unser Held Tungdil lernt so einiges dazu - über seine Heimat und sich selbst. Dabei fühlt man immer mit ihm und seinen Freunden, und irgendwie kommt einem diese Reihe langsam etwas ernsthafter vor; irgendwie ist es eben mehr als nur eine Geschichte. Diese gesamte Welt wächst einem wirklich ans Herz, und deswegen gibt es vier wohlverdiente BlackTeaCups.

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