Rezension: Harry Potter and the Cursed Child

by - 09 August

Titel: Harry Potter and the Cursed Child | Autor: Jack Thorne (based on an original new story by J.K. Rowling, Jack Thorne and John Tiffany) | Verlag: Arthur A. Levine Books | Seitenzahl: 330


It was always difficult being Harry Potter and it isn’t much easier now that he is an overworked employee of the Ministry of Magic, a husband and father of three school-age children. While Harry grapples with a past that refuses to stay where it belongs, his youngest son Albus must struggle with the weight of a family legacy he never wanted. As past and present fuse ominously, both father and son learn the uncomfortable truth: sometimes, darkness comes from unexpected places.


Wie groß war nicht die Vorfreude auf dieses Buch. Wie so viele andere Potterheads habe ich beim #HPReadathon2016 mitgemacht und in den acht Wochen vor dem Release am 31.7. alle sieben (englischen) Harry Potter Bücher und die drei zusätzlichen Geschichten gelesen. Da das Buch am Sonntag hier natürlich weder verkauft, noch verschickt werden konnte, stand ich am ersten August vor dem Buchladen und wartete auf die Öffnung der Türen, um mein Exemplar abzuholen. Als ich es endlich in der Hand hielt war ich sogar ein bisschen emotional und ich konnte nicht widerstehen, in jeder freien Minute ein paar Seiten zu lesen.


Anfangs war ich ehrlich begeistert. Zwar leicht abgewandelt, aber unverkennbar, eröffnete der '19 Years Later' Epilog das Stück und brachte all die Erinnerungen an die Bücher zurück. Natürlich ist es eine andere Erfahrung, das Skript für ein Theaterstück zu lesen, denn man sollte es ja eigentlich auf der Bühne sehen. Das war mir bewusst und deshalb wollte ich The Cursed Child auch nur inhaltlich bewerten und wissen, was passiert. Leider war das magische Gefühl nicht von Dauer, und Seite für Seite veränderte sich mein Gesichtsausdruck von aufgeregter Freude zu Unsicherheit, Stirnrunzeln, Ungläubigkeit und Enttäuschung.


Meine zwei großen Probleme mit dieser Geschichte sind die lückenhafte Handlung und unzählige Situationen, in denen sich die vertrauten Charaktere völlig anders verhalten als in den Büchern. Am ehesten ähneln sie noch denen im Film, doch trotzdem gab es zu oft Passagen, die absolut nicht zu den Figuren passten mit denen wir aufgewachsen sind, die wir über die Jahre kennen und schätzen gelernt haben.



Man hat einfach gespürt, dass diese Geschichte im Großen und Ganzen eben nicht von J. K. Rowling geschrieben wurde. Der Spruch auf dem Cover kann ja ausgelegt werden wie man will, am Ende werden wir nicht erfahren inwiefern sie wirklich an der Entwicklung der Story beteiligt war. Überhaupt bin ich extrem verwundert dass sie zu all dem Ja gesagt hat, denn es gibt einige Stellen, die in den Büchern und Filmen aufgestellte Regeln der Zaubererwelt missachten und biegen, wie es gerade passt. 



Die Harry Potter Geschichten waren trotz der fantastischen Elemente fast immer konsistent, logisch und nachvollziehbar. In The Cursed Child wird aber alles durcheinander gewirbelt, in Frage gestellt oder verändert, ohne mit den Büchern übereinzustimmen oder realistisch zu wirken. Ich hatte mir natürlich eine eigenständige Handlung für die neuen Charaktere - mit dem ein oder anderen Einfluss unserer geliebten Helden - gewünscht, die trotzdem die Beständigkeit innerhalb des Potter-Universums aufrecht erhält. Dieses Skript hat sich für mich jedoch angefühlt, als hätten die Autoren die groben Punkte der sieben Bücher bekommen, unabhängig interpretiert und damit angestellt, was sie wollten.



Es ist natürlich schwierig auf Einzelheiten einzugehen, ohne Spoiler zu verbreiten. Deswegen möchte ich eine ausführliche Besprechung im Rahmen eines Tea Talks eröffnen, also schaut bei meinem nächsten Post (sobald ihr es gelesen habt) wieder vorbei - ich möchte unbedingt wissen, was ihr davon haltet!



Harry Potter and the Cursed Child hat mich leider ehrlich enttäuscht. Selbst wenn man es losgelöst von Harry Potter 1-7 sieht, kann das Skript nicht wirklich überzeugen, Auf der Bühne wirkt es sicher zauberhaft, doch das ist die Handlung ohne Performance, Schauspieler und Effekte einfach nicht.

Dafür freue ich mich eben umso mehr auf Fantastic Beasts and Where To Find Them, denn das stammt aus JKR's Feder, lässt unseren Harry endlich in Ruhe und verspricht, absolut magisch zu werden!

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