Rezension: Alles auf Anfang – Peter Merten - BlackTeaBooks

Rezension: Alles auf Anfang – Peter Merten

21 Juni


Titel: Alles auf Anfang
Autor: Peter Merten
Verkauf durch: Amazon
Seitenzahl: 325


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Klappentext:
Der Dieb Reeycot Varda entdeckt ein uraltes Artefakt, mit dem der anhaltende Verlust des Sonnenlichts seiner Welt aufgehalten, vielleicht sogar dauerhaft umgekehrt werden kann. Er bringt es in seinen Besitz und macht sich auf den Weg in die Hauptstadt. Da ihm nur wenig Zeit bleibt, sein Ziel zu erreichen, heuert er die eigenwillige Luftschiffkapitänin Fade an. Aber Can Fade hütet ein gefährliches Geheimnis, das nicht nur Vardas Leben, sondern darüber hinaus auch die Zukunft des ganzen Landes in Gefahr bringen kann. 

Meine Meinung:
Der Klappentext dieses Buches klang nach einer frischen Abenteuergeschichte, für die ich immer ein offenes Ohr habe. Hier geht es in die Welt 'Pyres', die einem ziemlich großen Problem gegenüber steht: die Sonne verdunkelt sich zusehends, und niemand kann die Ursache für dieses fatale Ereignis herausfinden. Einzig eine besondere Maschine scheint Rettung zu versprechen, deren letztes Teil verschollen ist und von einem Dieb gefunden wird.

Bis zu diesem Punkt wirkte die Geschichte vielversprechend, und der Plot an sich ist auch gut konstruiert. Es gibt verschiedene Perspektiven und Handlungsstränge, einen roten Faden und Überraschungen. Doch um mich richtig zu überzeugen hätte ich mir stattdessen ein 'rotes Netzwerk' gewünscht: man kann zwar den Weg des Artefakts mit verfolgen, doch viele Ereignisse die dazu beitragen fühlten sich austauschbar an. Gerade wenn man das Gefühl hat die Grundlage der Geschichte verstanden zu haben, wird man in eine andere Richtung geworfen - und nicht auf die angenehm aufregende so-bekommt-alles-einen-anderen-Sinn-Weise; es wirkte eher zufällig und durcheinander. Man trifft auf zu viele Elemente: Magie und strikte Wissenschaft, wahre Ritter und Helden aber auch Anzugträger, Luftschiffe und Kutschen stehen Autos und Fahrräder gegenüber, doch zwischen all diesen Dingen hat die logische Verbindung gefehlt. Müsste ich mein Gefühl beim Lesen mit einem Wort beschreiben, wäre es Unbeständigkeit.

Auch einige Charaktere trifft dieses Urteil, besonders Can Fade. Anfangs war sie eine starke Persönlichkeit von der ich mir viel erhofft hatte, doch ihre Entwicklung hat mich auch am meisten enttäuscht. Statt über sich hinaus zu wachsen und diese Stärke weiterhin zu zeigen, hat sie es allemal geschafft ihre Persönlichkeit, Individualität und Stärke halbwegs zu retten. Dafür hat mir die zweite Protagonistin, Famela, überraschend die Entwicklung gegeben die ich von Can erwartet hatte. Auch für den liebenswerten Sidekick Runkel habe ich etwas übrig gehabt, ebenso - wenn auch wiederstrebend - für den Protagonisten, den Dieb Reeycot Varda, der sich immer andere Namen erfindet. Er ist eine Art Antiheld und wohl der Charakter, der sich selbst am meisten treu bleibt. Diese Eigenschaft hätte ich gern bei mehreren Figuren gesehen, aber natürlich ist das meine subjektive Wahrnehmung.

Mein einziger Kritikpunkt an ihm hängt auch mit dem allgemeinen Gefühl der Zufälligkeit zusammen, denn Reeycot (oder Tab, wie er im Großteil der Geschichte genannt wird) enthüllt im letzten Viertel eine besondere Fähigkeit, die für mich völlig deplatziert wirkte. Ich will nicht zu viele Details verraten, aber auch andere Aspekte waren für mich schwer nachzuvollziehen, selbst wenn man die Auflösung auf den letzten Seiten bekommt. Es fehlten einfach logische, ausreichende Erklärungen.

Positiv aufgefallen ist mir, dass das Thema Diversity zum Schluss noch überraschend mit eingearbeitet, aber so simpel und selbstverständlich behandelt wurde, wie es sein sollte. Der Schreibstil war anders als gewohnt und wieder teilweise zu unbeständig, zu detailliert an einer Stelle und nicht ausreichend an anderen. Doch mit der Zeit hatte ich mich damit angefreundet, es gab immer mehr schöne Beschreibungen und der Ausdruck passt zum generellen Ton der Geschichte. Außerdem merkt man, dass der Autor sich ausführliche Gedanken gemacht hat und hier viel Arbeit investiert wurde. Trotz meinen Kritikpunkten konnte ich das überall sehen, in den Charakteren, der Handlung und den Details, was sehr lobenswert ist. Von mir gibt es 2.5 auf 3 Black Tea Cups.


Fazit:
Das Konzept von Alles auf Anfang war vielversprechend, aber nicht so verarbeitet wie ich mir das gewünscht hätte. Einige Handlungen, Persönlichkeiten und Details wirkten inkonsistent und konnten mich leider nicht vollständig überzeugen. Davon abgesehen wollte ich trotzdem wissen, wie die Geschichte endet, habe unerwartete, aber angenehme Bekanntschaften mit stärkeren Charakteren gemacht und vor allem gemerkt, dass hinter diesem Buch viel Zeit, Mühen und Arbeit steckt.

2.5 / 5 Black Tea Cups 
Vielen Dank an den Autor für dieses Rezensionsexemplar!

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