Rezension: The Gracekeepers - Kirsty Logan

by - 26 April


Titel: The Gracekeepers
Autor: Kirsty Logan
Verlag: Vintage - Penguin UK
Seitenzahl: 320

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Klappentext:
As a Gracekeeper, Callanish administers shoreside burials, laying the dead to their final resting place deep in the depths of the ocean. Alone on her island, she has exiled herself to a life of tending watery graves as penance for a long-ago mistake that still haunts her. Meanwhile, North works as a circus performer with the Excalibur, a floating troupe of acrobats, clowns, dancers, and trainers who sail from one archipelago to the next, entertaining in exchange for sustenance.
In a world divided between those inhabiting the mainland (“landlockers”) and those who float on the sea (“damplings”), loneliness has become a way of life for North and Callanish, until a sudden storm offshore brings change to both their lives–offering them a new understanding of the world they live in and the consequences of the past, while restoring hope in an unexpected future. 

Das Buch und ich:
Auf dem Lovelybooks Lesertreffen der Buchmesse war unter anderem auch die Autorin der Gracekeepers dabei. Kirsty Logan hat das erste Kapitel gelesen und mit ihren einzigartigen Worten den gesamten Saal verzaubert - es war, als hätte sie uns in diese überflutete Welt transportiert und für mich stand fest: das Buch muss zu mir. Nach einem Wirbelwind der Ereignisse durfte ich auch tatsächlich ein Exemplar mitnehmen - ein riesiges Dankeschön an Kirsty für ihren Einsatz und an Penguin UK für die aufgeschlossene Spontanität!

Meine Meinung:
Das Buch beginnt mit der Szene, die Kirsty so magisch zum Leben erweckt hat. Callanish besucht als kleines Mädchen mit ihrer Mutter einen schwimmenden Zirkus und wird Zeugin von mehr als nur einer unterhaltsamen Show. Ihre Welt, die unsere in der Zukunft zu sein scheint, ist überflutet und bietet nur wenig Festland zum Leben. Man unterscheidet zwischen den 'Landlockers', die auf den Inseln wohnen, und den 'Damplings', die auf Schiffen zu Hause sind. Beide Gruppen haben weder viel füreinander übrig, noch genug zu Essen, denn die Ressourcen sind knapp und wertvoll. Sie alle führen ein hartes Leben, so viel steht fest.

Die erste Begegnung zwischen Callanish und dem Zirkus hat meine Erwartungen in eine ganz andere Richtung geschoben, als es dann wirklich ging. Vielleicht habe ich den Kontext einfach nicht richtig verstanden, aber es dauerte ein wenig bis mir klar wurde, dass Callanish im Rest des Buches nicht mehr im Kindes- oder Teenageralter ist. Vielmehr erleben wir sie als mittlerweile junge Frau, die ihre eigenen Probleme, Geheimnisse, Sorgen und Wünsche hat. Hatte ich anfangs eine eher typische Abenteuer-Geschichte erwartet, wurde mir schnell klar dass ich auch damit falsch lag.

Hier geht es weniger um große Action oder Schlag auf Schlag-Handlungen, denn The Gracekeepers ist vorrangig ein Coming-of-Age-Roman. Sobald man sich dessen bewusst ist, kann man es mehr genießen; es stehen einfach nur andere als die gewohnten Aspekte im Vordergrund, was dem Buch eine einzigartige Note gibt. Es ist vielleicht nicht durchgängig spannend oder nervenaufreibend sondern eher ruhig, manchmal nachdenklich, tiefgründig, aber trotzdem stark. Für mich war es eine angenehme Abwechslung, wieder mehr in die Tiefe einer Welt einzutauchen statt eine weit ausgebreitete Handlung zu verfolgen. Das wird dadurch erreicht, dass die Geschichte aus den unterschiedlichsten Winkeln beleuchtet wird.

Neben Callanish und North, der zweiten Protagonistin, lernen wir die Perspektiven vieler anderer Charaktere kennen. Es wird immer in der dritten Person erzählt, durch die trotzdem die verschiedenen Persönlichkeiten, Gedanken und Gefühle genau und individuell lebendig werden. Man hat das Gefühl die Geschichte von allen möglichen Sichtweisen zu betrachten, selbst wenn einer Figur nur ein Kapitel gewidmet ist. Das macht es schwer sie zu verurteilen, zu bewerten oder eindeutige Seiten zu wählen. Man erfährt verschiedenste Beweggründe und versteht auf einzigartige Weise, wie diese Welt zusammenhängt, dass die selbe Situation grundverschieden erlebt werden kann und dass es eben nicht immer nur schwarz und weiß gibt.

Dieses komplexe Denken war sehr beeindruckend und gemeinsam mit dem zauberhaften Schreibstil mein Lieblings-Aspekt des Buches. Außerdem war das Thema Diversity so eingearbeitet, wie es sein sollte: vorhanden und eine völlig normale Sache. Nur das Ende hat mich, wie so viele andere auch, mit einem mulmigen Gefühl zurückgelassen. Es fühlte sich abrupt an, denn obwohl es gerade zum Schluss hin wirklich spannend ist, wurde etwas weggelassen was der wichtigste Teil hätte werden können. Im Gegensatz zum Rest des Buches fehlte hier die emotionale Tiefe und ich habe es ein wenig verwundert geschlossen.

Fazit:
The Gracekeepers ist wunderschön geschrieben und allein deshalb für jeden kleinen Fan der englischen Sprache ein Muss. Man merkt, dass die Autorin ein komplexes Verständnis ihrer Welt hat und dem Leser verschiedene Perspektiven intelligent nahe bringen kann. Das Ende war zwar ein wenig enttäuschend, aber es lohnt sich trotzdem dieses originelle und einzigartige Buch zu lesen.

4/5 Black Tea Cups 

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