Rezension: Der Spion der aus der Kälte kam – John Le Carré - BlackTeaBooks

Rezension: Der Spion der aus der Kälte kam – John Le Carré

28 März



Titel: Der Spion der aus der Kälte kam
Autor
: John Le Carré
Verlag: Ullstein
Seitenzahl: 255
Kaufen?



Klappentext:
Alec Leamas ist im britischen Geheimdienst für Ostdeutschland zuständig. Als sein Gegenspieler, Hans-Dieter Mundt, das Agentennetz der Engländer immer mehr zerstört, sinnt London auf Rache und ergreift Gegenmaßnahmen. Leamas soll dafür sorgen, daß Mundt in Mißkredit gerät. Er scheidet aus dem Dienst aus, steigt auf der sozialen Leiter ab und läßt sich - scheinbar unwillig - von der ostdeutschen Seite als Überläufer einkaufen.

Zum Buch:
Spionageromane zählen eigentlich nicht zu meinen üblichen Genres, und von selbst wäre ich wohl auch nie zu diesem Buch gekommen. Aber mein Großvater hat es mir ausgeliehen, und was Opa empfiehlt, das liest man schließlich auch :)

Meine Meinung:
Diese Ausgabe begann mit einem Vorwort des Autors, das ihn mir nicht wirklich sympathisch gemacht hat. Trotzdem wollte ich aufgeschlossen an die Geschichte gehen, doch ich wurde einfach nicht warm mit Alec Leamas, einem englischen Spion der zur Zeit des Mauerbaus in der DDR, der BRD und in London operiert. Der Anfang war recht interessant, aber ich hatte durchgehend das Gefühl irgendetwas verpasst zu haben, den Kontext nicht richtig zu verstehen oder einfach in einer Gedankenwelt zu sein, die sich mir nicht vollständig erschließen konnte. Das hat sich mit den Seiten natürlich gebessert da man mehr Informationen bekommt und den Kontext besser kennen lernt, doch hier liegt auch ein weiterer Kritikpunkt.

Der Mittelteil war für mich unglaublich zäh - wie sich schon einige von euch anhören mussten, dachte ich mir immer wieder dass einige Passagen völlig überflüssig waren. Am liebsten hätte ich Leamas gesagt, wie herzlich wenig mich dieses oder jenes Detail interessierte. Er verliert alle seine Informanten in Deutschland, seinen Job in England und jedes bisschen Würde, dass ihm noch geblieben war. Lange Zeit unternimmt er buchstäblich nichts, außer Trinken und in Selbstmitleid zerfließen. Im Nachhinein kann ich nachvollziehen, was der Grund für diesen handlungsarmen aber informationsreichen Teil war. Es ging hier vor allem um eine perfekte Täuschung, der auch ich als Leser unterlag. Mit der Zeit hat sich der eigentliche Fall herauskristallisiert, der ja die Spannung bringen soll. Vielleicht hätte ich es mit mehr Übung gleich erkannt, aber das war mir nicht vergönnt. Ich werde auch gerne mal von einem Buch an der Nase herumgeführt bis die Wahrheit plötzlich klar wird, aber hier hätte der Weg dahin nicht so beschwerlich sein müssen.

Im letzten Drittel, natürlich mit der Auflösung des Falls, wurde es endlich spannender. Man bekommt eine Idee davon, was hinter dieser Maskerade des hoffnungslosen Ex-Spion steckt. Sobald es für ihn wieder nach Deutschland geht, wird es interessanter und gefährlicher. Dort gibt es ein paar Überraschungen und Wendungen, die ich dem Autor wirklich zu Gute halten muss. Falls ihr das Buch noch lesen möchtet will ich natürlich nicht zu viel verraten, aber dieser Teil hat meine Meinung wirklich noch einmal korrigieren können. Leider waren die letzten, entscheidenden Seiten gar nicht mein Fall und haben mich ziemlich enttäuscht zurückgelassen - dafür hatte ich mich durchgekämpft? Ich hätte mir definitiv ein anderes Ende gewünscht.

Fazit:
Der Spion der aus der Kälte kam ist eine viel gepriesene Spionagegeschichte, die mich leider nicht wirklich überzeugen konnte. Das Lesen fiel mir für lange Zeit schwer, aber ich bin ganz froh dass ich Bücher fast nie aufgebe. Die Konstruktion des Falls konnte einige Pluspunkte sammeln und mit der großen Wende kam auch für mich Spannung auf. Auch wenn es nicht unbedingt mein Fall war, kann ich verstehen was leidenschaftliche Spionageroman-Leser in diesem Buch sehen. Es gibt solide

3 / 5 Black Tea Cups 

Das könnte dir auch gefallen

0 Kommentare

Tee-Empfehlungen