Rezension: Die Rote Königin – Victoria Aveyard - BlackTeaBooks

Rezension: Die Rote Königin – Victoria Aveyard

05 Februar



Titel: Die Rote Königin
Autor: Victoria Aveyard
Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 512
Reihe: Die Farben Des Blutes, Band 1



Klappentext:

Rot oder Silber – Mares Welt wird von der Farbe des Blutes bestimmt. Sie selbst gehört zu den niederen Roten, deren Aufgabe es ist, der Silber-Elite zu dienen. Denn die – und nur die – besitzt übernatürliche Kräfte. Doch als Mare bei ihrer Arbeit in der Sommerresidenz des Königs in Gefahr gerät, geschieht das Unfassbare: Sie, eine Rote, rettet sich mit Hilfe besonderer Fähigkeiten! Um Aufruhr zu vermeiden, wird sie als verschollen geglaubte Silber-Adlige ausgegeben und mit dem jüngsten Prinzen verlobt. Dabei ist es dessen Bruder, der Thronfolger, der Mares Gefühle durcheinander bringt. Doch von jetzt an gelten die Regeln des Hofes, Mare darf sich keine Fehler erlauben. Trotzdem nutzt sie ihre Position, um die aufkeimende Rote Rebellion zu unterstützen. Sie riskiert dabei ihr Leben – und ihr Herz …

Zum Buch:
Nachdem die Leseprobe mich sofort in den Bann geschlagen hat, stand fest dass Die Rote Königin auf jeden Fall bei mir einziehen würde. Und als es endlich soweit war, stürzte ich mich wortwörtlich ins Abenteuer - die 500 Seiten waren innerhalb von 7 Stunden verschlungen. Es gehört schon einiges dazu einen Leser von morgens bis abends zu fesseln, also, was genau hat mich hier so fasziniert?

Meine Meinung:
Zunächst stimmt das Konzept. Mare lebt in einer Welt, in der das Blut der Menschen unterschiedliche Farben hat; das wird kombiniert mit dem bekannten Gedanken angeborener Fähigkeiten (oder eben deren Abwesenheit), die das komplette Leben der Gesellschaft bestimmen. Eine interessante und doch nachvollziehbare Idee, denn auch bei uns können viele nicht beeinflussbare Faktoren einen Menschen begünstigen oder benachteiligen. Eine Elite die sich so zur Überlegenheit erklärt, wird früher oder später auf Widerstand treffen. Hier sind es die unterdrückten Roten, die sich den Silbernen und deren besonderen Fähigkeiten immer stärker entgegensetzen wollen.

Mare gerät zufällig als unscheinbare Rote in den Strudel der Ereignisse und findet sich in einer schwierigen, einflussreichen Situation wieder. Sie ist eine ungewöhnliche Protagonistin - von Beginn an ist klar welche Schwächen sie hat, und dass man sie nicht so leicht in eine Schublade stecken kann. Sie handelt nicht aus klischeehaften Idealen, auch wenn sie sich das manchmal gern selbst weiß machen möchte, sondern aus rein egoistischen Zielen. Das klingt vielleicht hart, ist aber dennoch wahr und macht ihre Geschichte gerade so spannend und realitätsnah. Doch für mich hatte dieses Ungewöhnliche auch seinen Preis, denn trotz all dem Potential dass Mare mit sich bringt, entwickelt sie sich in eine schwierige Richtung. Ich konnte meistens verstehen warum sie wie handelt, aber leider hat sie auf ihrem Weg meine Sympathie verloren und mehr als einmal dachte ich mir, "geschieht dir eigentlich Recht". Mal sehen, ob sie mich im nächsten Band wieder für sich gewinnen kann.

Am Schreibstil ist nichts auszusetzen, das Buch liest sich angenehm flüssig. Einige Aspekte der Handlung wirkten etwas flüchtig; vielleicht lag das aber auch an meinem Lesetempo. Die beschriebenen Bilder waren jedenfalls lebendig und fesselnd, bis zum absolut unerwarteten Ende. Jeder Leser hat sich wahrscheinlich an einem gewissen Punkt gedacht dass es vorbei wäre, nur um überraschend das Gegenteil festzustellen. Im letzten Fünftel veränderte sich damit das gesamte Gefühl dieser Welt. Das war zwar wieder etwas Ungewöhnliches, aber für mich nicht unbedingt im positiven Sinne. Es hat sich zu schnell angefühlt, zu merkwürdig, fast schon hektisch. Die erste Hälfte hat mir definitiv besser gefallen, aber der Mut zu diesem doch besonderen Ende hat meinen Respekt.

Fazit:
Die Rote Königin ist ein bemerkenswert interessantes und spannendes Buch, dass Fans von Geschichten wie Elias & Laia begeistern könnte. Mit Mare als außergewöhnlicher Protagonistin, einer Bandbreite an ebenso vielfältigen weiteren Charakteren und überraschenden Wendungen, fesselt die Geschichte an die Seiten, egal wie man der Handlung gegenübersteht - man muss einfach wissen, was passiert. Natürlich kann man nicht bestreiten, dass hier einige bereits vorhandene Ideen kombiniert wurden. Trotzdem ist es gut gelungen; für einen Debüt-Roman sehr beeindruckend. Dieses Buch ist ohne Zweifel anders als der Rest des YA-Regals und ich bin sehr gespannt auf Band 2.

4 / 5 Black Tea Cups 

Das könnte dir auch gefallen

2 Kommentare

  1. Hallöchen,

    Eine schöne Rezension von dir! :)
    Ich schleiche schon seit dem Erscheinen um das Buch herum,
    und du hast mich gerade nochmals angefixt. Ich hoffe,
    ich werde das Buch noch in diesem Jahr lesen können.

    Liebe Grüße,
    Laura

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Laura, das freut mich total! Hoffentlich gefällt es dir, ich bin gespannt auf deine Rezi :)
      Allerliebste Grüße, Sandy ❤

      Löschen

Tee-Empfehlungen