Rezension: Die Suche nach dem Roten Drachen – James Owen

by - 27 Januar




Titel: Die Suche nach dem Roten Drachen
Autor: James Owen
Verlag: cbj
Seitenzahl: 425




Klappentext:
Neun Jahre, nachdem John, Jack und Charles die Hüter der Imaginarium Geographica wurden, müssen sie zurück zum Archipel der Träume, denn jemand entführt alle Kinder, die dort leben! Der einzige Hinweis, den die Freunde haben, ist eine Botschaft, die ihnen ein kleines Mädchen mit künstlichen Flügeln überbringt: „Der Kreuzzug hat begonnen.“ John, Jack und Charles entdecken, dass auch die Drachenschiffe mit den Kindern verschwunden sind. Ihre einzige Chance, die Welt vor einer jahrhundertealten Verschwörung zu retten, besteht darin, das letzte der Drachenschiffe zu finden, den Roten Drachen. Ihre Suche führt sie durch atemberaubende mythische Welten und an den Ursprung einer der ältesten Geschichten der Welt: der Geschichte von den verlorenen Kindern.

Zum Buch:
Es war der Glücksgriff des letzten Jahres. Nichtsahnend stöberte ich im Bücherzirkus umher, als mein Blick auf dieses leuchtend rote Buch fiel. Ein Cover, das mir sehr bekannt vorkam. Ein Autor, dessen Buch ich vor langer Zeit gelesen hatte. Ein Titel, der vergessene Erinnerungen wieder wach rief. Eine Fortsetzung von deren Existenz ich keine Ahnung hatte, über die ich mich deshalb aber umso mehr gefreut habe. Vielleicht hat die Imaginarium Geographica mich gefunden, und nicht umgekehrt. Passen würde es zu diesem besonderen Buch auf jeden Fall. 

Meine Meinung:
Gemeinsam mit John, Jack und Charles trifft man nach neun Jahren wieder auf Bewohner des Archipels, fährt nach London, bleibt zum Tee bei Sir John Barrie und begibt sich schließlich zurück in die magische Welt des Archipels. Vertraute Elemente aus Band eins wie der Indigo-Drache, John's Schusseligkeit oder Paralon sind natürlich wieder mit von der Partie, und doch verspricht es eine Reise zu werden, die sich völlig anders anfühlt. Es ist genau die richtige Mischung aus Wiedererkennung und neuen geheimnisvollen Ereignissen. Man erlebt die Geschichte wieder aus vielfältigen Perspektiven, doch diesmal geht es weniger um die Persönlichkeiten von John und den Gefährten.

Der Fokus liegt auf angenehme und erfrischende Weise auf der Geschichte selbst, und die hat es wirklich in sich. Das Verschwinden der Kinder, die mysteriöse Botschaft, die verlorenen Drachenschiffe, Nimmerland; das alles ist sehr spannend und so intelligent verwoben, dass ich wirklich keine Ahnung hatte, was als nächstes passieren würde. Dass die Ereignisse um Peter Pan und die verlorenen Jungen hier etwas größere Beachtung bekamen, war mein persönliches kleines Highlight. Doch wie gewohnt finden sich nur Teile der uns bekannten Geschichte wieder, die dafür geschickt mit anderen Legenden verwoben wurden. Es war wirklich interessant, beispielsweise in die griechische Welt der Sagen einzutauchen und mehr über Daedalus, Jason oder Orpheus zu erfahren.

So gesehen hat diese Reihe neben ihren ohnehin zauberhaften Eigenschaften einen absoluten Bonus. Ob britische Erzählungen, tragische griechische Mythen oder allseits geliebte Klassiker, man lernt unauffällig noch etwas über die schönsten Werke die wir kennen. Dabei kann es durchaus etwas verwirrend werden, denn nicht jede Referenz ist sofort zu verstehen, doch gerade da erkennt man das Herz der Geschichte. Es gibt so viel zu entdecken, dass ich ganz sicher noch beim zehnten Mal Lesen das Buch anders erleben und auf neue Weise entdecken kann.

»Alle Geschichten sind wahr, aber einige von ihnen sind nie geschehen.«  S 322

Fazit:
Auch Die Suche nach dem Roten Drachen entführt auf ein Abenteuer, bei dem man sich selbst mitten drin glaubt. Man verliert sich zwischen den Seiten, findet überall bekannte Figuren, Namen und Gesichter, und wird dennoch von vielen spannenden Wendungen überrascht. Besonders schön wird es in diesem Band für alle, die gerne einmal mit Peter Pan nach Nimmerland fliegen würden, aber das ist kein Muss. Jeder, der sich zwischen fantastischen Geschichten, Mythen und Legenden zu Hause fühlt, wird dieses Buch lieben.

5 / 5 Black Tea Cups 

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1 Kommentare

  1. Oh es freut mich, dass der zweite Band dich genau so packen konnte wie der erste, es ist immer schön, wenn die Spannung aufrecht bleibt!

    LG Piglet <3

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