Rezension: Lockwood & Co. - Der Wispernde Schädel (Band 2) – Jonathan Stroud

by - 23 November



Titel: Lockwood & Co. - Der Wispernde Schädel
Autor
: Jonathan Stroud
Verlagcbj
Seitenzahl: 512
Website: hier




Klappentext:
Dank des spektakulären Erfolgs im Fall der seufzenden Wendeltreppe ist Lockwood & Co. nun eine der angesagtesten Geisteragenturen Londons. Doch inzwischen wird die Metropole bereits von einer Reihe neuer grausiger Ereignisse erschüttert: In einer beispiellosen Diebstahlserie werden mächtige magische Artefakte entwendet und deren Hüter grausam ermordet. Als dann auch noch auf einem Friedhof ein schauerlich eiserner Sarg geborgen wird, dessen Inhalt unter mysteriösen Umständen verschwindet, steht fest: Ein klarer Fall für Lockwood & Co.! Nur wenn das Team um Anthony Lockwood, Lucy und George ihre ganze Genialität im Umgang mit übernatürlichen Ereignissen in die Wagschale wirft, kann es ihnen gelingen, die Verschwörung, die hinter all dem steckt, aufzudecken.

Zum Buch:
Nachdem ich mich mit erneutem Lesen der Seufzenden Wendeltreppe (zur Rezi) wieder in Stimmung gebracht habe, ging es auch sofort mit dem Wispernden Schädel weiter. Schließlich gab es noch einige Geheimnisse zu lüften und weitere Geister-Abenteuer zu bestehen. Diese Reihe hat ihren ganz eigenen Zauber, dem man einfach nicht widerstehen kann.

Meine Meinung:
Wir landen wieder in London, beziehungsweise in einem nahegelegenen Waldstück. Natürlich ist es kalt, neblig und mitten in der Nacht - wie sollte es auch anders sein. Lockwood & Co befinden sich im Einsatz. Unerwartete Komplikationen und schauerliche Geister sind auch wieder mit von der Partie, doch mittlerweile fühlt man sich selbst fast wie ein routinierter, abgehärteter Agent und die unheimlichen Einsätze machen mehr Spaß als Angst. Trotzdem bewundere ich Lockwood, Lucy und George noch immer für ihren unerschütterlichen Witz und Mut. Obwohl sie selbst nicht gegen die Geisterstarre immun sind, überstehen sie so gemeinsam jede brenzlige Situation.

Nach den ersten, Herzschlag beschleunigenden Szenen wird es etwas ruhiger. Man lernt einige Mitarbeiter der anderen Agenturen besser kennen und erweitert dadurch den Einblick in die Gesellschaft dieses Londons. Mit einem kleinen Flashback werden die bisherigen Ereignisse wieder in Erinnerung gerufen, aber auf eine angenehme Weise die selbst dann nicht nervt, wenn man am Tag davor das erste Buch beendet hat. Außerdem wird Lockwood's Geheimnis stärker betont und die Neugier geschürt, was sich wohl hinter 'der Tür' verbirgt.
Ähnlich wie im vorigen Band verschiebt sich der Fokus mit der Zeit von einem durchschnittlichen Fall zu einer großen Sache. Hinter einer unscheinbaren Heimsuchung steckt mal wieder ein Mysterium, dem unsere Helden natürlich nicht widerstehen können. Aufeinandertreffen mit den Behörden und anderen Agenturen, Artefaktejägern oder Schwarzmarkt-Dealern lassen die bereits entdeckte Welt von Lockwood & Co immer mehr aufleben. Auch der Gruselfaktor kommt nicht zu kurz; mehrmals brüllte ich die drei in Gedanken an, sie sollen verdammt noch mal bitte umdrehen und erst tagsüber losziehen - und immer wieder bewiesen sie mir, dass das bei ihren Überlebenskünsten nicht nötig ist. Und, dass ein wenig Sarkasmus aussichtslose Lagen immer besser macht. Das spannungsgeladene Finale fesselt an die Seiten und hält noch mehr Überraschungen bereit; mehr kann ich hier nicht verraten.

Ein Punkt, der mich (auf positive Art) wahnsinnig macht, ist die romantische Ader der Geschichte. Es funkt immer nur ganz wenig, so dass es die betreffenden Charaktere selbst wohl kaum bemerken. Wir bekommen nur einen Hauch von dem, was sein könnte, werden angefüttert und anschließend hängen gelassen. Aber vielleicht ist das auch ganz gut, sonst wäre es ja zu einfach. Dafür hat Lockwood's Charakterentwicklung am Ende des Buches ausreichend Emotionen geliefert. Die Freundschaft zwischen ihm, Lucy und George wird immer stärker und es ist ein fantastisches Gefühl, das zu erleben. Außerdem liebe ich es, wie Jonathan Stroud es schafft alle verschiedenen Handlungspunkte zu verknüpfen. Der nebensächliche Schädel im Glas aus dem vorigen Buch gewinnt beispielsweise zusehends an Bedeutung und wird hier schließlich zu einer zentralen Figur. So weiß man nie genau, was die nächsten Kapitel bereithalten!

Fazit:
Im Laufe des Buches lernt man die Welt von Lockwood, Lucy und George immer besser kennen, entdeckt neue Seiten an unseren drei Helden und es erschließen sich immer mehr Zusammenhänge. Was im ersten Teil aufregend und neu war, wird jetzt mit nicht weniger Spannung vertieft; das hat mir unglaublich gut gefallen. Ich liebe das Konzept, die Charaktere, die Erzählweise, einfach diese ganze Welt. Deshalb wird Band 3 auch sofort bei mir einziehen, und bis dahin haben sich meine Lieblings-Agenten wieder endlose Teetassen verdient.

5 / 5 Black Tea Cups 

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