Rezension: Auf Couchtour – Ramona Wickmann - BlackTeaBooks

Rezension: Auf Couchtour – Ramona Wickmann

11 November



Titel: Auf Couchtour
Autor
: Ramona Wickmann
Verlag: Lingen
Seitenzahl: 255




Klappentext:
Rita (Mitte 30), Masseurin in einem Krankenhaus, Single und von robuster Schönheit, hat keine Lust mehr - auf ihren Job, auf Männer und auf die vorwurfsvollen Blicke ihrer Eltern. Ihre Freundin Charline hingegen ist seit einer Ewigkeit mit Bernd verheiratet, hat ihren Beruf für ihre Töchter aufgegeben, sieht immer tipptopp aus und ist glücklich und zufrieden. Von der Langeweile mal abgesehen, die sich in ihrem Leben breitgemacht hat. Um dem Alltag zu entfliehen, begeben sich die beiden Freundinnen regelmäßig bei Kerzenschein und Sekt auf Couchtour. Dann katapultiert Rita mit ungezügelter Phantasie und Erzähltalent die Freundinnen für eine Nacht in die verrücktesten Abenteuer. Dieses Mal winkt ein Wochenende in London mit zwei unwiderstehlich attraktiven Scotland-Yard-Inspektoren. Die nächsten 48 Stunden kommen Rita und Charline kaum zum Durchatmen, geschweige denn zum Schlafen. Aber wer will das schon bei diesen Aussichten?!

Zum Buch:
Auf Couchtour musste eine sehr lange Zeit auf meinem SuB aushalten - ihr wisst ja, wie das ist. Jemand der euch etwas kennt weiß, dass ihr gerne lest (und in meinem Fall auch noch London liebt), also wird ein Buch geschenkt. Und natürlich freut ihr euch auch darüber, denn man kann einfach nie genug haben! Trotzdem wird besagter Neuzugang erst einmal auf den SuB verbannt wenn der Inhalt euch nicht wirklich anspricht. Aus Tagen werden Wochen, Monate, vielleicht sogar Jahre, bis ihr endlich den Entschluss fast, der Geschichte eine Chance zu geben.

Meine Meinung:
Das Buch war an sich angenehm zu lesen; der Schreibstil hat mir gut gefallen. Dennoch musste ich oft meine ganze Konzentration aufbieten um wirklich weiter zu kommen. Die Handlung ist etwas langatmig und ich war hin- und hergerissen, ob ich die Protagonistin Rita nun mögen sollte oder nicht.

Anfangs richtet sie sich direkt an den Leser und erzählt von ihrem Leben. Sie ist sehr ehrlich dabei, lässt nichts aus und beschönigt auch nichts. Dafür respektiere ich sie, aber so richtig sympathisch war sie mir trotzdem irgendwie nicht; denn Rita ist vorrangig eines - genervt. Genervt von ihrem Nachbarn, genervt von ihren Kolleginnen, ihrem Liebeskummer, ihrem Leben im Allgemeinen. Seitenweise von ihren Erklärungen darüber zu lesen war etwas anstrengend. Um sich etwas Abwechslung zu verschaffen, flüchtet sie sich in ihre Fantasie, denn in ihren Geschichten ist das Leben einfach besser. An sich ist dieses Konzept ja etwas sehr Schönes, trotzdem bekam ich das Gefühl, dass ihr Frust völlig unnötig war. Wahrscheinlich passt mein Weltbild einfach nicht in diesen Kontext, doch ich denke dass Rita viel glücklicher sein könnte wenn sie das, was sie liebt, in den Vordergrund stellen würde. Anfangs hat sie erklärt, dass für sie Arbeit nicht erfüllen oder Spaß machen muss. Diese Einstellung ist auch völlig legitim, doch für mich widerspricht sie sich, wenn sie sich dann über eben diese Arbeit aufregt und daran ihre Stimmung festmacht. Ihr größtes Talent, die Fantasie, nutzt sie nur um aus ihrem eigentlichen Leben zu entfliehen, und das passt irgendwie nicht zu einer Frau, die so intelligent und ehrlich wie Rita ist.

Nachdem man sie besser kennengelernt hat, geht es für Rita und ihre beste Freundin Charline (die recht zufrieden mit ihrem Leben, aber nicht unglaublich glücklich mit ihrem Mann ist) auf Couchtour: Rita denkt sich eine Geschichte aus, in der die beiden nach London fliegen und das 'perfekte' Wochenende erleben. Im Mittelpunkt stehen dabei Affären für jede Protagonistin. Zwei Polizisten von Scotland Yard sind ihnen unweigerlich verfallen und es entwickeln sich verschiedene Geschichten, die jeweils auf Rita und Charline individuell abgestimmt waren.
Das Ende nach der Couchtour versprach zum Glück ein wenig Hoffnung, da die beiden Frauen jetzt ihr Leben selbst in die Hand nehmen, ihr Glück nicht von anderen abhängig machen und zusammen einen Plan schmieden.

Fazit:
Eine ganz nette Geschichte, aber nichts was mich wirklich begeistern konnte. Es gibt einige etwas störende Widersprüche, über die man wohl einfach hinwegsehen sollte. Dieses Buch ist eher etwas Leichtes für einen Leseabend zwischendurch.

3 / 5 Black Tea Cups 

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